Lichtspiele

März 25

Welch (viel zu seltenes) Vergnügen hatte ich gestern. Kinoabend mit einem meiner großen Söhne. Das musste ich natürlich sofort mit einem Selfie festhalten. Und die Euphorie ist auf dem Foto gut erkennbar. Zumindest meine…

Der Sohn kommentierte indes, ob ich mich denn nicht einfach nur, so wie alle anderen Menschen, normal ins Kino setzen könne. Überraschend vorausschauend und vermutlich um Schlimmeres zu verhindern, holte er weiter aus. Ich müsse während des Films auch nicht kommentieren oder nachfragen.
Ich, mit schneller Auffassungsgabe gesegnet, versuchte es – noch vor Filmstart – mit einem kleinen Scherz (mit 76 Pflegekräften im Saal, da dürfte zumindest meine Erstversorgung bei einem medizinischen Notfall gesichert sein, ha, ha), der ihm nur ein tiefes Seufzen entlockte und mir wieder zeigte, dass mein Glück ungeahnt laut sein kann.

Im bewegenden Film „Heldin“ kam mir dann die Ausgelassenheit samt Augen-Make-up abhanden. Berührt und sichtlich mitgenommen saß ich da. Und bevor das Licht anging, kam mir kurz der Gedanke, dass mein Sohn in nächster Zeit wohl von gemeinsamen Kinoabenden Abstand nehmen wird…

Still wurde es tatsächlich zwischen uns. Nicht, weil meine Tränen peinlich waren, sondern, weil die leisen Töne, die sich im lauten Alltag verlieren, endlich ihre Zeit hatten. Weil es nicht um die Spülmaschine und das unaufgeräumte Zimmer ging. Ums Rechthaben und ums wieder Nicht-gemacht-haben. Ums Infragestellen und Sich- verkehrt-fühlen.
Sondern um dich und mich, um uns.

Und dann haben wir uns durch das Dunkel der Nacht heimgebracht.

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