Seifenblasen statt Trübsinn blasen

Moin, moin! Der Sommer ist da und ich melde mich heute nach unserer Auszeit, mit Familie, in Hamburg zurück.

Ferien- und Urlaubszeit. Reise- und Ausflugszeit. Grill- und Grillenzeit. Weggeh- und Wegfahrzeit. Eis- und Eiswürfelzeit.

Und wie kann es anders sein, Vorfreude da, Erwartungen da. Das Thema hatten wir ja bereits an Weihnachten, ihr erinnert euch? Ich, mit meinen auch schon bekannten Ideen zum Zeitmanagement, habe unzählige Bilder im Kopf von dem, was wir in den Ferien alles tun, erleben und erledigen werden. Zum Glück hab ich Menschen an meiner Seite, die mir direkt und indirekt zeigen, was tatsächlich möglich ist. Unser Mini macht das recht eindrücklich, indem er mit seinem guten Gespür für zu viel, zu laut und zu schnell streikt, lautstark. Nicht immer gut auszuhalten, für uns nicht und für ihn nicht. Die Großen sind mindestens genauso direkt, werfen sich zwar nur noch selten auf den Boden 😉, aber was unser Mini mit vollem Körpereinsatz zeigt, schaffen sie mühelos mit ihren Blicken. Der Liebste versucht zu erklären, vorsichtig, irgendwann mit Nachdruck und Punkt, dass das alles zu viel sein wird. Und last but not least tut die Realität ihr Übriges und lässt auch mich irgendwann erkennen und kapitulieren.

Wie kann also jene Zeit, die voller Pläne, Wünsche und verschiedener Erwartungen ist, gelingen? Wie können wir Enttäuschungen vorbeugen und uns wirklich erholen?

● Vom Sommerglas, einer Wimpelkette oder der „will do“-Liste: Egal in welcher Form, Erwartungen, Wünsche, Pläne laut zu machen und/oder aufzuschreiben macht Sinn. Bei uns ist damals aus der Lockdown-Situation heraus eine Zettelsammlung im Glas entstanden, @Eltern sind Alltagshelden haben eine Wimpelkette vorgestellt, aber auch eine Blatt Papier mit einer Liste (sichtbar für alle aufgehängt) reicht völlig aus. Jedes Familienmitglied darf gleich viele Wünsche äußern. Vom Besuch im Zoo über den Besuch im Open Air Kino. Somit kommt nie Langeweile auf und viele Wünsche werden wahr. Hat sich übrigens letzte Woche bei unserem Familienurlaub bewährt. 😊

● Die Sache mit dem „To Do“ : Ich mag to-do-Listen (auch im Sommer, um von Hausputz bis längst Überfälliges unterzubringen). Weil sie mir Überblick und Struktur verschaffen. Weil sie mich nichts (oder weniger) vergessen lassen. Und weil ich das Gefühl beim Abhaken liebe! Trotzdem kenne ich auch die „dunkle Seite“ dieser Listen. Das Gefühl, dass diese Listen nie enden wollen und ich so vieles nicht geschafft habe und noch schlimmer, niemals schaffen werde! 🙈 Mir hat es geholfen weniger und gleichzeitig mehr auf die Listen zu schreiben. Weniger – wieviel ist einem Tag wirklich zu schaffen und mehr – all die Dinge, die ich sowieso mache (wie kochen etc.) kommen mit drauf und ich fasse nicht mehr zusammen (zum Beispiel Mails schreiben – können ja schließlich drei oder dreißig sein – und das macht einen Unterschied).

●Der Alltag soll wirklich Pause machen. Auch der Schulalltag. Unsere Kinder brauchen Erholung wie wir. Ferien sind zum Ferien machen da. Und auch falls der Familienurlaub zuhause verbracht wird – die Küche darf kalt bleiben, Projekte dürfen auf Eis gelegt werden und wir auch mal nicht erreichbar sein.

● Einfach mal nix tun: Wann habt ihr zum letzten Mal nix getan? Auch in den Ferien füllen sich die Tage schnell. Wir sind es gewohnt, dass immer was los ist, wir immer was tun oder zu tun haben. Markiert euch Tage im Kalender, die eure wirklich „freien Tage“ sind. Ohne Programmpunkte. Langeweile macht uns kreativ und unsere Kinder. Vielleicht habt ihr Lust einmal Folgendes (eine Woche lang) auszuprobieren: Bewusst zu essen, wenn ihr esst (ohne Handy, Zeitung oder anderer Ablenkung), zu gehen, wenn ihr geht und zu sitzen, wenn ihr sitzt. Klingt banal, lässt uns aber enorm ankommen. Im Hier und Jetzt.

● Kennt ihr den „Tag der Leichtigkeit“? Der ist sehr praktisch (vor allem dann, wenn der Alltag sehr voll, die Luft raus, der Wurm drin ist). Eignet sich vielleicht besonders gut, um in die Ferien/den Urlaub zu starten. Lässt sich flexibel und jederzeit ausrufen – ihr wisst… unsere Gedanken werden zur Realität. Lässt die Schwere verschwinden und bringt richtig gute Laune!

● Seid gut zu euch, immer. Und ganz besonders, wenn etwas nicht so gut läuft, wenn Fehler passieren, etwas nicht nach Plan läuft. Dann brauchen wir es am meisten. Wir alle. Das sind die Momente, in denen wir uns fragen dürfen, was wirklich wichtig und wirklich schlimm ist. Ist es wichtig, dass unsere Fenster noch vor dem Urlaub, mitten in den ohnehin vollen Vorbereitungen, geputzt werden? Ist es so schlimm, wenn wir vergessen haben, die Sonnencreme einzupacken? Ist es wirklich wichtig festzuhalten, wessen Fehler dies oder das war? Wer den Schlüssel verlegt, sich in der Richtung geirrt hat? Ist es wichtig sich über verpasste Chancen und schlechte Noten den Kopf zu zerbrechen? Ist es tatsächlich so schlimm, wenn die Lieblingsvase der ausgelassenen Kissenschlacht zum Opfer gefallen ist?

Ich wünsche euch allen eine WUNDERvolle Ferienzeit mit Glühwürmchen, Eis bis zum Abwinken, gemeinsamem Lachen, bis die Limonade wieder zur Nase rauskommt, Sternschnuppen, Momenten, die bleiben und Zeit, um einfach nur dazusitzen.

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